Nachdem wir gestern auf der Rückfahrt nach Hornsby im Zug fast alle eingeschlafen sind, haben wir dann doch, mit dem ersten Margarita auf dem Balkon, die Wunderwaffe gegen Jetlag entdeckt. Gemeinsam mit Tschaikis Freundin Cate, die wir an dem Abend noch kennenlernen durften, haben wir noch bis früh auf dem Balkon gesessen und es uns gut gehen lassen. Hier kam auch ein weiterer Vorschlag auf, was man denn am nächsten Tag unternehmen könnte. Eigentlich wollte wir ja doch noch mal die typischen Highlights der Stadt sehen, also mal über Harbour Bridge spazieren, das Operhaus aus jedem Winkel betrachten, eine Tour mit der Fähre zum Manly Beach machen, und so weiter. Nun gab es aber das Angebot von Cate und Tschaiki, mit ihnen gemeinsam nach Morisset am Lake Macquarie zu fahren, und dort Cates 8 Jahre alten Sohn Peter abzuholen, der dort die erste Ferienwoche bei seinen Großerltern verbracht hatte. Klingt spontan nicht so spannend, ABER …genau dieser Ort wäre prädistiniert dafür Kängurus in freier Wildbahn zu treffen, und an diese so nah ran zu kommen, wie es wohl selten möglich wäre. Die Fahrt nach Morisset und zurück würde allerdings mindestens den halben Tag in Anspruch nehmen, weshalb wir die komplette Sydney-Tour im Anschluss nicht mehr packen. Also: Opernhaus oder Kängurus? Eventuell könnte man Sydney ja auch am Sonntag noch ausgiebig erkunden. Allerdings wollte am Sonntag doch auch Jenni aus Melbourne (eine weitere Freundin von uns hier in Australien) uns uns hier abholen und uns Richtung ihrer Heimat entführen. Wie war da nochmal der genaue Zeitplan? Keine Ahnung. Als wir dann kurz nach 3 Uhr doch noch ins Bett gekrochen sind, war immer noch keine Entscheidung gefallen. Kaum im Bett angekommen, waren waren wir schon im Land der Träume.
Plötzlich klopft an unsere Zimmertür und und eine ausgeschlafene Stimme lässt uns wissen: „Na wenn ihr jetzt die Kängurus sehen wollt, dann müsstet ihr langsma mal aus dem Bett!“. So schnell können acht Stunden schlaf vergehen, es war schon elf Uhr Vormittags. Also: Opernhaus oder Kängurus? Eine Entscheidung muss her. Sydney muss auf alle Fälle noch angeschaut werden! Aber vielleicht ja doch noch Sonntag oder wenn wir am Ende unserer Reise noch mal hier vorbeikommen? Und wann bekommen wir sonst Kängurus präsentiert? Und obendrei könnten wir dabei den Tag mit unseren freundlichen Gastgebern verbringen. Somit fiel die Wahl auf die Kängurus. Nächste Entscheidung: was gibt es zum Frühstück? Klassisch oder Pie? Da der beliebte Pie Laden „Pie in the Sky“ auf dem Weg nach Morisset liegt, und es für uns Touristen etwas neues bedeutete, war diese Wahl noch ein Stück leichter.
Nach etwa 20 Minuten Fahrt kamen wir also beim „Pie in the Sky“ an und haben uns erstmal erklären lassen, was das denn genau ist. Allen von euch denen so ein Pie ebenfalls unbekannt ist, sollten sich einfach ein kleines Küchlein vorstellen, dass allerdings durchaus herzhaft gefüllt sein kann. In meine Fall mit Beef gefüllt und Speck und Käse überpacken. Dazu gab es dann Pommes, Erbsen und Soße, was echt ganz lecker war. Aber schaut euch doch einfach das Bild an :-)
Gut gestärkt ging es nun also weiter nach Morisset zu den Kängurus. In besagtem Gebiet haben wir dann auch gleich 3 Kängurus getroffen, die nicht weit von unserem Auto entfernt standen. Sie kamen mir wie eine kleine Familie vor. Vater, Mutter, Kind. Also raus aus dem Auto und versuchen ein wenig näher ranzukommen. Doch die 3 hoppelten sogleich davon. Schade, doch keine Kängurus aus der Nähe. Oder finden sich vielleicht doch noch welche? Cate und Tschaiki waren jedenfalls guter Dinge. Und siehe da, kaum ein paar hundert Meter weiter war schon eine noch größere Gruppe gefunden. Und dahinter waren ja noch mehr! Und da drüber unter der Palme! Und dort! Und dort! Überall Kängurus. Und sie schauten uns nur gelangweilt an, und kratzen sich am Sack. Also wieder raus aus dem Auto und Fotos schießen. Und tatsächlich lassen sie sich diesmal sogar streicheln! Eine kleine Galerie mit den Highlights dieser Fotos-Session werde ich so bald wie möglich hier hochladen. Wir haben hier unten also nicht nur Kängurus gesehen, sondern sie aus nächster Nähe erleben und sogar anfassen können. Ein tolles Erlebnis! Daher noch mal ein dickes Danke schön an Cate und Tschaiki, dass sie uns dies ermöglicht haben! Es hat eben doch seine Vorteile Einheimische zu kennen :-)
Danach ging es dann weiter zu Cates Eltern und ihrem Sohn, wo wir mit leckeren Muffins versorgt wurden, und Peter uns seinen aus Lego gebauten Katapult vorgeführt hatte. Für den Rückweg sind wir dann auf die Bahn umgestiegen, da Cate und Tschaiki ihr Auto während ihrer eigenen Urlaubsreise, die am Montag startet, bei Cates Eltern parken wollten. Cate ist mit ihrem Sohn dann direkt in Hornsby ausgestiegen, um gemeinsam noch ins Kino zu sehen. Wir restlichen 4 wollten dann doch noch mal schauen, was wir – trotz der vorangeschrittenen Stunde – in Sydney noch an Sightseeing mitnehmen könnten. Es war also schon fast 19 Uhr, als wir nördlich der Harbour Bridge aussteigen, um über diese Brücke Richtung Innenstadt zu flanieren, und einen ersten guten Blick auf das Opernhaus werfen zu können. Auch heute war das Wetter übrigens – bis auf ein paar Sonnenstrahlen am Lake Macquarie, bei den Kängurus – wieder sehr bewölkt. Daher haben wir uns die Besteigung des begehbaren Pylons, welcher eine großartige Aussicht auf die Stadt verspricht, für einen Tag mit besserem Wetter aufgehoben.
Auf der anderen Seite angekommen ging es dann nach einem ersten Getränk in einer von Tschaikis Lieblingsbars, dem „Harts Pub“, den Hafen entlang Richtung Opernhaus, welches natürlich von jeder Seite aus begutachtet werden musste. Der kurze Abstecher zum botanischen Garten nebendran war leider vergeblich, da dieser schon geschlossen war. Etliche Fotos und zwei verbrauchte Akkus später, ging es dann durch das Ausgehviertel „The Rocks“ wieder Richtung Bahnstation. Hier konnten wir das Balzverhalten der australischen Großstädter aus nächster Nähe betrachten. Die Weibchen konnten sich in ihrem Schuhwerk meist nur so bewegen, dass es uns schon vom zuschauen weh getan haben. Dafür hat in fast jedem Pub eine Liveband gespielt, sehr coole Sache! Also doch auch nochmal einkehren und ein Getränk unter den Einheimischen zu sich nehmen. Abstrus ist es allerdings bei doch noch guten 20 Grad eine Gruppe junger Frauen in kurzem Rock und High Heels zu sehen, die noch dazu alle eine Weihnachtsmannmütze tragen. Übermorgen ist Heilig Abend! Echt kaum zu glauben.
Inzwischen hatte sich übrigens auch Jenni aus Melbourne gemeldet und uns mitgteilt, dass wir morgen um 8 Uhr von ihr zum Frühstück abgeholt werden. Anscheinend ist ein Bootstripp geplant. Und dass wir dann Richtung Blue Mountains aufbrechen wollten, konnte wir uns auch noch in Erinnerung rufen. Also doch kein Sonntag in Sydney! Wie es aussieht sind wir schon verplant. Jenni aus Melbourne ist übrigens eine Freundin, mit der wir die nächsten Tage dann die Ostküste runter bis nach Melbourne reisen, wo wir dann ins neue Jahr reinfeiern werden. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich in meinen Erzählungen klar machen soll, von welcher Jenni ich jetzt gerade rede. Aber das bekommen wir schon irgendwie hin. Nach dieser Information war allerdings klar, dass der ausführliche Sydney-Besuch doch noch ein paar Tage warten müsste. Aber gegen Ende userer Reise sind wir ja eh wieder hier.
Nach der erneuten Überquerung der Brücke – diesmal in die andere Richtung und bei beleuchteter Stadt – und der erschwerten Suche nach einer Toilette, haben wir dann mit dem Taxi die Heimfahrt angetreten, wo wir auf dem Balkon wieder den Abend schön ausklingen lassen. Nach gut 2 Stunden lustigen Geschichten aus der Jugend und meinem fleißigen getippe sind die Mädels jetzt auch schon im Bett. Ich selbst habe das geschrieben nochmal durchgearbeitet und die zumindest die gröbsten Fehler behoben. Alle weiteren sehr mir bitte nach, denn es ist inwzischen schon wieder 4 Uhr morgen, und in 4 Stunden geht die Reise schon weiter. Damit ihr aber was zu lesen bekommt, voröffentliche ich das noch schnell und mach mich dann ins Bett. Passende Bilder füge ich dann hoffentlich morgen hinzu. Allerdings weiß ich noch nicht, wie es in den nächsten Tagen mit der nötigen Internetverbindung aussieht.
Ein kurzer Hinweis aber noch am Schluss: Was die Kommentare meines Blogs angeht, sollen sich übrigens auch gerne Freunde und Bekannte von Jenni und Caro daran beteiligen. Die beiden Mädels würden sich darüber jedenfalls sehr freuen! Und auch, wenn ich das hier etwas mehr aus meiner eigenen Perspektive erzähle, ist es ja doch ein gemeinsamer Reisebericht, also keine Scheu :-)


Eine Antwort auf „Opernhaus oder Kängurus?“
Der Mike!!! Da ist er und hat neue Freunde gefunden. Klingt super. Auch das Essen..hmmmm da kriegt man appettit. Müssen wir am Traditional Friday mal einführen.
Sydney läuft euch nicht weg, also nehmt mit was ihr kriegen könnt! Kängurus streicheln ist ja mega genial. und die Oper kann man sich auch mit Streetview anschauen :)